Die "Aktion Pro Afrika e.V." hat sich der Hilfe für Afrika verschrieben. Seit 2007 sind wir in Mali aktiv.
Bildung und Gesundheit halten wir für die Schlüssel auf dem Weg aus der Armut. Daher unterstützen wir schwerpunktmäßig Einrichtungen des Gesundheits- und Bildungswesens. Wir achten darauf, dass diese Hilfe besonders Frauen und Kindern zugute kommt.
Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe bestimmt unser Handeln. Die Projektvorschläge werden in Afrika entwickelt und mit unseren afrikanischen Partnern verwirklicht. Die Mitarbeit in Deutschland wie in Afrika ist ehrenamtlich.
Wir verstehen unsere Hilfe als ein Stück Solidarität mit den Menschen in Mali, als eine Unterstützung für einen positiven Wandel


Der Vorstand 2015 :


Der erste Vorsitzende Dr. Herbert Querfurt


Dr. Barbara Friebe


Renate Querfurt


Dr. Elke Sougoulé


Hans-Heinrich ( Heiner ) Behrmann


Schatzmeister Ulrich Böcker



Unser Partner in Mali:

" Action pour Afrique-Mali " (APA-Mali), eingetragene Nichtregierungsorganisation beim Generalsekretariat der Regierung Malis Nr. 0170/ G-DB vom 24.08. 07


Mme. Haby Dembélé
Vorsitzende von APA-MALI


Dr. Sedou Sougoulé, Vorstandsmitglied
und zuständig für die medizinische Hilfe


Salif Fane, Vorstandsmitglied

 

Den Ärmsten der Armen helfen - Gedanken zur Arbeit in Mali

H. Querfurt

 


Dies sind Gedanken über das was wir tun, wo Probleme sind und wie es in Zukunft weiter gehen kann.
 

Wie können wir helfen?

Die Ansatzpunkte müssen m. E. Bildung, Gesundheit und Einkommen schaffende Maßnahmen sein.
"Bildung ist das wichtigste für die Kinder Afrikas." Dieses Zitat Nelson Mandelas setzt einen eindeutigen Schwerpunkt.
Und es entspricht unserer Erfahrung in Mali. Überall, wo wir hinkamen, wurden in erster Linie Anfragen nach einer Verbesserung der Bildung gestellt. Das bedeutet, dass die Malier selbst diesem Ziel höchste Priorität einräumen. Wir befinden uns mit dieser Zielsetzung in Übereinstimmung mit den Millenniumszielen der UN, aber auch dem, was andere Organisationen wie z. B. UNICEF als Arbeitsschwerpunkt haben.
Das Ziel, die Gesundheitsversorgung zu verbessern, ist der zweite Schwerpunkt, der immer wieder an uns herangetragen wird. Denn ohne Gesundheit sind die anderen Ziele nicht zu erreichen.
Oft haben die Gemeinden schon erhebliche Kraftanstrengungen unternommen und wie z.B. in Kondo das Gebäude für ein Gesundheitszentrum selbst errichtet, dann aber kein Geld mehr für die medizinische Einrichtung. Dabei ist das erste Problem immer die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, vor allem auf dem Land.
Das Gesundheitssystem in Mali beruht auf direkter Barzahlung durch den Patienten. Impfungen und Kaiserschnitte sind kostenlos - eine Sozialleistung des malischen Staates. Der Staat Mali unternimmt große Anstrengungen, um die Gesundheitsversorgung des Landes zu verbessern - so gibt es eine neue Unfallklinik in Kati, deutliche Verbesserung der Ausstattung verschiedener CdRs usw.
Wo in der Regel keine Hilfe ankommt, sind die ländlichen Gebiete. Dort sind die Dörfer auf Selbsthilfe und Eigeninitiative angewiesen.

Einkommen schaffende Maßnahmen sind der dritte zentrale Pfeiler jeder vernünftigen Entwicklungspolitik. Das beste Beispiel ist das Dorf Welénguena. Als die Bauern einen guten Preis für ihre Baumwolle erhielten - damals war der Weltmarktpreis hoch für Baumwolle - bauten sie in Eigeninitiative die ersten drei Klassenräume der Schule. Als der Weltmarktpreis für Baumwolle fiel, kam die Krise. Zwar konnten unter Mühe die Bezahlung der Lehrer aufrecht erhalten werden, aber ein Ausbau der Schule, ja noch nicht einmal der Kauf von Schulbüchern war möglich. Dass heißt: Entwicklung leisten die Menschen selbst, wenn sie nur über Einkommen verfügen. Einkommen sollte vor allem in den Händen der Frauen entstehen, da diese für den Zusammenhalt der Familie und die Fürsorge für die Kinder besonders viel leisten. Und Einkommen sollte vor allem auf dem Land erzielt werden können, da nur das der Landflucht vorbeugt und somit der Slumbildung in den größten Städten. In den Slums lässt sich manchmal besser überleben denn als Bauer in der Sahelzone.

Aus dem Gesagten wird klar: Eine vernünftige Politik muss sich an diesen drei Eckpfeilern ausrichten und sich dabei konzentrieren auf die ländlichen Gebiete. Essentiell ist dabei das Selbstbestimmungsrecht der Malier, die Projekte müssen von Ihnen getragen werden. Geschenke zu verteilen, ist relativ sinnlos und wirkungslos. Und eine Selbstbeteiligung - sei in Form von Geld oder Arbeit - macht erst das Projekt zu ihrem eigenen.

 
Dorf in Mali


1. Wer sind die Ärmsten der Armen?

Schon die Begriffsbestimmung fällt schwer. In Mali, wo 70% der Bevölkerung unter der 2-Dollar-pro-Tag-Grenze leben, muss man wohl diese 70% als Ärmste der Armen bezeichnen. Es macht m.E. keinen Sinn innerhalb dieser Gruppe weiter zu differenzieren. Lediglich in Bezug auf Stadt und Land sollte eine weitere Differenzierung getroffen werden. So stehen gegen Geld für die Stadtbevölkerung zu mindestens eingeschränkte medizinische Versorgung zur Verfügung, ebenso wie Bildung. Das trifft für die Landbevölkerung oft nicht zu - nicht einmal gegen Geld. Auch gibt es ein erhebliches Gefälle im Geldeinkommen zwischen Stadt und Land. Daraus folgt für mich, dass die Ärmsten der Armen auf dem Land leben. Wer also den Ärmsten der Armen helfen will, muss die Entwicklung der Dörfer und Siedlungen unterstützen.

"Die wahre Katastrophe spielt sich auf dem Land ab." Dr. Seydou Sougoulé


2. Unsere Arbeit

a) Projekte

Alle unsere Projekte beruhen auf Projektanträgen aus Mali. Das war beim Ausbau der Schule in Welenguéna so, das war so beim großen Projekt in Djigue.
In Welenguéna wurde die Bildungssituation verbessert: bereits 6 Monate nach Einsatz der Schulbücher für alle stieg die Zahl der Schüler, die das Abschlussexamen nach der 6. Klasse geschafft hatten von 58 auf 75% an.
Das Projekt in Djigué wird erst Ende 2010 abgeschlossen sein. Es hat die Schwerpunkte:

- Versorgung mit sauberem Trinkwasser,

- Einkommen von ca. 100 Euro pro Jahr für die beteiligten 150 Frauen durch das Bewässerungs- und Gartenbauprojekt

- Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für die Kinder des Großraums durch Verkleinerung der Klassen in der Grundschule und zusätzlich der Etablierung einer weiterführenden Schule im Dorf für die Klassen 7-9.

Der Sektor Gesundheit wird im Rahmen des Projekts nicht unterstützt, da ein funktionierender Gesundheitsposten mit 4 Angestellten vorhanden ist, der Posten erhielt aber Sachspenden aus unseren Containern.
Für das Jahr 2010 sind geplant der Bau von 2 kleinen Gesundheitsstationen und ihre med. Ausrüstung in den Dörfern Welenguéna und Signé.
Somit ist festzuhalten, dass alle unsere Projekte sich an den Zielen orientieren und den wirklich Ärmsten der Armen auf dem Land zu gute kommen


b) Patenschaften

Die Patenschaften für Schulen und kleine ländliche Gesundheitsposten bilden einen Schwerpunkt unserer Arbeit. Sie werden in Deutschland gerne von den Spendern akzeptiert, weil die Spender dort genau wissen, wohin ihr Geld geht. Das Prinzip ist einfach: das gespendete Geld wird nach Afrika überwiesen, die Schulen, bzw. Gesundheitsposten werden informiert und entscheiden, was mit dem Geld geschieht. Diese Verwendung unterliegt demokratischer Kontrolle: Jede Schule, jeder Gesundheitsposten hat ein Komitee, das alle 2 Jahre von der Bevölkerung gewählt wird. Dieses entscheidet öffentlich über die Verwendung der Gelder - transparenter und basisdemokratischer geht es kaum. Unsere einzige Bedingung ist, dass das Geld der Schule, bzw. dem Gesundheitsposten zu Gute kommt. Das Geld darf nicht für andere Zwecke verwendet werden. Das Komitee setzt auch die Gebühren fest, die für die Nutzung der Schule, bzw. den Gesundheitsposten zu zahlen sind. Somit fließt jede Spende in den Gesamtetat ein und verringert die Kosten oder verbessert die Qualität.

Dazu zwei Beispiele:

Der Gemeindepfleger Daouda Koné in Welenguena erhielt von uns eine medizinische Grundausrüstung und auch Medikamente. Er nimmt nach wie vor Gebühren für die Konsultationen, denn er und seine Familie müssen auch leben. Er gibt aber die gespendeten Medikamente zu einem Preis von 10% des in Mali üblichen Preises ab und behandelt die Schulkinder alle umsonst. So profitieren alle von den Spenden.

Die Schule in Sikoulou ist eine kommunale Schule, bei der die Eltern in Umlage die Kosten des gesamten Schulbetriebs einschließlich der Gehälter zahlen müssen. Sie hatten das Problem, dass sie 1 von 6 Lehrern entlassen mussten, weil die Umlagen nicht mehr reichten. Aus den Geldern der Schulpatenschaften erhält die Schule jetzt pro Jahr € 740. Sie entschied sich € 440 zu verwenden, um eine Lehrerin wieder einzustellen. Das Ergebnis: Das erste und zweite Schuljahr war von einem Lehrer zusammen unterrichtet worden mit gut 120 Schülern. Nach der Einstellung der Lehrerin wurden die zwei Klassen wieder getrennt, im ersten Schuljahr unterrichtet sie jetzt 70 SchülerInnen (50% Mädchen)

 
Daouda Kone

 
  
Schüler und Schülerinnen in Sikoulou

 
die neue Lehrerin


c) Versand von Containern mit Sachspenden

Mit den Containern werden Sachspenden nach Mali transportiert. Dabei handelt es sich in erster Linie um medizinische Geräte und Hilfsmittel. Dazu kommen Nähmaschinen,Werkzeug und Fahrräder. Damit fing die Arbeit an, sie kommt aus der Tradition des Vereins, der 95 Container nach Cuba schickte. In Mali sind inzwischen 3 Container angekommen, 2 weitere sind unterwegs.

Die Verteilung der Hilfsgüter nimmt unsere Partnerorganisation APA-Mali vor.


Was geschieht mit unseren Materialien?



a) Medikamente

Medikamente werden kostenlos in Sprechstunden abgegeben wie sie Ende 2007 die action santé durchgeführt hat und auch Dr. Seydou Sougoulé für die Asthmamedikamente. Anfang 2008 wurden bei unserem Besuch den ländlichen Gesundheitsposten in Bellen, Katiena , Welenguéna, Djigue und Signé Medikamente übergeben. Die Übergabe erfolgte öffentlich an das demokratisch gewählt Komitee, dass für die Verwaltung des Postens zuständig ist. In Welenguéna wurden die Medikamente für 10% des in Mali üblichen Preises an die Bevölkerung abgegeben, das einkommende Geld floss in den Etat des Gesundheitspostens und wurde verwendet entweder um die Konsultationskosten für die Bevölkerung zu verringern , kostenlose Behandlung der Schulkinder einzuführen oder für die Verbesserung der Qualität des Postens verwendet.



b) Med. Geräte

Medizinische Geräte wurden ausschließlich öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Viele Betten erhielten die sogenannten CdRs (entsprechend großen Polikliniken mit Fachärzten und Operationssaal). Gerade für den chirurgischen Bereich sind die fahrbaren Betten besonders geeignet. Auch die meisten Laborgeräte, EKGs und Ultraschallgeräte gingen an die CdRs in Bamako, Koutialla und Kati, da nur diese Einrichtungen über Strom und die medizinischen Voraussetzungen wie Ärzte und Laboranten verfügen.

Alle übrigen Materialien gingen an ländliche Gesundheitszentren, die uns teilweise von PACT (s.u.) genannt wurden im Rahmen des Kooperationsvertrags mit APA-Mali. Zusätzlich wurden 8 ländliche Zentren im Großraum Koutilla wurden mit ca. 2/3 des Inhalts des 2. U.3. Containers versorgt, wie wir bei unserem Besuch selbst feststellen konnten. Mit diesen Spenden erreichen wir eine Qualitätsverbesserung der medizinischen Versorgung.

In den Containern 2 u. 3 waren sehr viele Brillen. Diese sind in Koutialla kostenlos an die Bevölkerung verteilt worden. Voraussetzung für die Abgabe war ein Rezept eines Augenarztes. Die Aktion im Gesundheitszentrum Karambé wurde im Radio und Fernsehen angekündigt und es fanden alle Brillen einen neuen Besitzer.

Das Gleiche geschah mit Rollstühlen, Rollatoren und Gehhilfen. Dort gibt es inzwischen eine Warteliste für die nächste "Lieferung".



c) Nicht med. Material

Blindenschreibmaschinen und anderes Material werden der Vereinigung der Blinden Malis zur Verfügung gestellt. Fahrräder erhielten mehrere Dörfer u. a. Djigué. Sie werden dort zentral verwaltet und Schulkindern, die entfernt wohnen, für den Besuch der Schule zur Verfügung gestellt, aber auch anderen Dorfbewohnern, die z. B. etwas zu transportieren haben oder in die 27 km entfernte Kreisstadt müssen. Die Fahrräder bleiben im Eigentum des Dorfs.

 
Pact - APA-Mali



d) Kooperation mit PACT

PACT ist eine Organisation der deutschen Entwicklungshilfe. APA-Mali hat einen Kooperationsvertrag geschlossen zur Ausrüstung ländlicher Gesundheitszentren. Da Gesundheit keine Priorität bei der deutschen Entwicklungshilfe hat, kommen sie bei Ihrem Programm "Aufbau der Zivilgesellschaft" immer wieder in Dörfer mit mangelhafter oder fehlender Ausrüstung. 2-3 solcher Zentren werden uns pro Jahr dann benannt. Haby und Seydou machen sich ein Bild von der Situation durch einen Besuch vor Ort. Diese Zentren werden dann mit geeignetem Material aus den Containern versorgt. So geschehen im letzten Jahr in Bellen und Katiena. 3 Zentren stehen für 2010 auf der Liste.



3. Welche Träume und Wünsche haben wir?



a) Kooperation mit cubanischen Ärzten

Es wäre ein schöner Traum, wenn die Kooperation mit cubanischen Ärzten vor Ort gelingen könnte, das ist aber aktuell nicht möglich. So hatten wir uns vor Aufnahme der Maliarbeit an die cubanische Regierung gewandt, ob wir nicht in Kooperation mit ihnen Projekte in Lateinamerika (Wir liefern das Material, die Cubaner führen das Projekt durch) durchführen könnten: Die Antwort war, das sei nicht möglich, da der Einsatz cubanischer Ärzte auf Grund zwischenstaatlicher Abkommen geregelt sei. Das gilt auch in Mali.

Auch denke ich nach aller Erfahrung mit Cuba, dass es cubanischen Ärzten sozusagen "privat"kaum möglich ist, in irgendwelchen NGOs im Ausland mitzuarbeiten, selbst wenn diese politisch "links" stehen.

Normalerweise arbeiten sie in Hospitälern wie z.B. in Bandiagara, im CdR der Commune VI in Bamako und im größten Hospital des Landes im Gabriel Touré sowie vielen anderen Krankenhäusern.

Auch weiß ich von Seydou, dass die Zahl der cubanischen Ärzte und Techniker von 120 in 2007 auf aktuell 60 zurückgegangen ist. Die Gründe wissen wir nicht. In der Konsequenz heißt dass , das cubanische Ärzte und Techniker nur vereinzelt anzutreffen sind im Lande und in der Regel 1 oder 2 pro Einrichtung nicht überschreiten. Auch weiß ich vom Gespräch mit der cubanischen Ärztin, die ich bei meinem ersten Besuch traf, dass die Hälfte von ihnen in Bamako im Einsatz war.

Und wie schon oben dargelegt: Die wahre Katastrophe spielt sich auf dem Lande ab. Wenn wir also den Ärmsten der Armen helfen wollen, muss sich unsere Arbeit auf die ländlichen Gebiete konzentrieren.

Eine Kooperation mit den cubanischen Ärzten und Technikern, bleibt da wohl ein Wunschtraum!



 



b) Land oder Stadt?

Hier gibt es nur eine Antwort: Wir müssen auf dem Lande arbeiten. Denn dort ist Bildung, Gesundheitsversorgung und Einkommen oft nicht mal in Ansätzen vorhanden.

Selbst Seydou und Haby waren oft geschockt von dem , was sie auf dem Land vorfanden, das hatten sie sich nicht vorstellen können: "Dort wohnen die wirklich Armen."

Jede Politik, die die Versorgung in städtischen Bereichen verbessert, erhöht die Attraktivität der Großstädte und damit die Landflucht. Nur wenn man auf dem Land Bildungseinrichtungen, Gesundheitsversorgung und die Möglichkeit, Einkommen zu erzielen, schafft, wird der langfristige Trend der Flucht in die Städte und/oder ins Ausland zu stoppen sein. Daher haben wir unsere gesamten Aktivitäten wie Projekte, Partnerschaften und die Sachspenden auf den ländlichen Raum konzentriert.



 



c) Kostenlose Versorgung

Gerade die Ärmsten können sich oft medizinischen Beistand nicht leisten, weil sie kein Geld haben. Dies ist eine Katastrophe im Einzelfall. Hier kostenlose Hilfe anzubieten, entspricht dem ärztlichen Wunschtraum, immer helfen zu können. Das ist auch mein Traum.

Die Realität in Mali sieht anders aus, jede Konsultation eines Arztes, jedes Medikament, jeder Labortest müssen bezahlt werden. Es gibt im Land keine Krankenversicherung. Und so sind gerade die Ärmsten, die kein Geld haben, von der Versorgung ausgeschlossen.



Aber wie ist das zu ändern?

Die Gesundheitsversorgung ist eine staatliche Aufgabe und wird auch als solche begriffen. Impfungen und Kaiserschnitte sind kostenlos für alle Malier.

In den kleinen Einrichtungen , die die Kommunen betrieben und mit denen wir in der Regel kooperieren, legt ein Komitee , das alle zwei Jahre vom Volk gewählt wird, die Gebühren fest. Nur durch Erhebung von Gebühren können Löhne gezahlt und Materialien besorgt werden, sowie Gebäude gebaut und instand gehalten werden. Das sichert langfristig das Überleben solcher Einrichtungen. Überschüsse werden entweder wieder investiert oder benutzt, um Gebühren zu senken.

Wenn wir also mit solchen Einrichtungen kooperieren, dann dienen unsere Sachspenden genau diesem Zweck. Entweder werden so die Gebühren gesenkt, und gesundheitliche Versorgung wird erschwinglicher für mehr Menschen oder aber die Qualität der Versorgung verbessert sich durch bessere Ausrüstung bei gleichem Preis. Und oft genug wird dadurch auf dem Land überhaupt erst eine medizinische Versorgung ermöglicht.

Die Menschen profitieren also in jedem Fall von unseren Spenden.

Hilfsmittel wie Brillen, Rollstühle, Gehhilfen aus unseren Spenden werden den Bedürftigen kostenlos nach ärztlicher Entscheidung abgegeben.



Ist es eine Alternative Einrichtungen aufzubauen, wo jedermann kostenlos behandelt wird?

Ganz klar nein.

Warum nicht?

Solche Einrichtungen leben vom Idealismus der Geber, sei es der Geldgeber oder derjenigen die ihre Arbeitskraft oder Kenntnisse kostenlos zur Verfügung stellen. Brechen die Geber weg, bricht die Einrichtung zusammen. Da ist zwar im christlichen Sinne dann barmherzig für den einzelnen armen Menschen gewesen, aber nachhaltig ist eine solche Lösung nicht.

Jede Einrichtung, die nicht langfristig ins öffentliche Gesundheitssystem eingegliedert wird, läuft die Gefahr pleite zu machen, wenn die Geber von Geld oder Arbeitskraft aus welchen Gründen auch immer wegfallen.

Die Konsequenz kann nur sein, bestehende öffentliche Einrichtungen zu unterstützen, die Qualität zu verbessern, für kostenlose Hilfsmittel zu sorgen, mit Medikamentenspenden die Versorgung zu verbessern. Und Vertrauen in die Komitees zu haben, die diesen Einrichtungen vorstehen, dass sie in der Lage sind, das Beste für ihre Leute zu tun. Ich halte es für europäische Überheblichkeit, wenn wir besser wissen wollen, was der einzelnen Kommune hilft! Nein, es sind diese demokratisch gewählten Vertreter in den Kommunen, die die Wege finden müssen und dabei auch die soziale Komponente nicht aus dem Auge verlieren werden. Solange diese Männer und Frauen durch Wahlen legitimiert werden, haben wir im wahrsten Sinne Basisdemokratie und ich mache mir keine Sorgen, dass sie nicht gute und nachhaltige Entscheidungen für ihre Leute treffen. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe manifestiert sich für mich auch darin, dass wir unseren malischen Partnern zu trauen, den richtigen Weg zu gehen.

Der Weg der kostenlosen Versorgung mag zwar bestechend klingen (und uns ein gutes Gewissen verschaffen), es gibt auf der ganzen Welt aber keine kostenlose med. Versorgung in keinem Staat, irgendwer muss es immer bezahlen. Im Falle Malis halte ich es für einen Irrweg, der eher der Barmherzigkeit entspringt, als dem Wunsch langfristig zu helfen. Der einzig gangbare Weg ist in meinen Augen der oben skizzierte. Und diese Ideen habe ich nicht selbst entwickelt, sondern sie haben sich in den letzten 2 Jahren entwickelt in intensiven Gesprächen mit vielen Menschen in Mali sowie mit Seydou und Haby, denen sehr an Fortschritt für ihr Land gelegen ist.

Somit ergibt sich keine Alternative zu unserer bisherigen Praxis, nicht einmal eine sinnvolle Ergänzung.

Selbst wenn es eine sinnvolle Ergänzung gäbe, so wären wir aus Kapazitätsgründen doch nicht in der Lage, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Weder Haby, noch Seydou, noch Renate und ich können mehr als die bisher aufgewandte Zeit erübrigen. Dass würde Kürzungen an anderer Stelle bedeuten. Dies erscheint aber nicht sinnvoll.

Wir sind eine kleine Organisation. Aber auch im schlimmsten Fall, dass wir unsere Arbeit ganz einstellen müssten, würden wir mit der augenblicklichen Politik keinen Scherbenhaufen hinterlassen. Alle von uns unterstützten Institutionen könnten zu mindestens auf dem früheren Niveau weiter existieren, weil wir zwar zusätzliche, gewünschte Unterstützung leisten, aber die Existenz der Einrichtung nicht an unsere Spenden gekoppelt ist. Das gilt für alle Bereiche - seien es Projekte, Patenschaften oder Sachspenden.



 

Mme. Haby Dembélé, Vorsitzende APA-Mali



d) Partner in Mali

Mit APA-Mali haben wir eine Partnerorganisation, die bisher eine extrem gute Zusammenarbeit gewährleistet hat. Die Abwicklung der Projekte, die Verteilung der Patenschaftsgelder und die Verteilung der Sachspenden aus den Containern hat keinerlei Anlass zu Kritik gegeben - ganz im Gegenteil ich bin auch heute noch überrascht, wie relativ reibungslos bisher alles geklappt hat. Eine weitere Zusammenarbeit in Zukunft ist mein Wunschtraum.